Lerne Loszulassen

Meine chronische Verstopfung belastet mich!

Ja, liebe Tanja, damit umzugehen, ist wahrlich nicht einfach. Doch wenn du zurückblickst, erkennst du, wie viel du bereits in jungen Jahren auf dich nehmen musstest.

Die Situation in deiner Familie, deine Freundinnen und deine Mitschüler – vieles war nicht so, wie du es dir gewünscht hättest. Ausgrenzung und das, was man heute Mobbing nennt, haben tiefe Wunden in dir hinterlassen.

Der Wunsch, dazuzugehören

Du wolltest das Schöne festhalten: die schönen Momente, die Freundschaften und das Gefühl, dazuzugehören. Wie schwierig war es für dich, wenn Nähe entstand und du kurz darauf wieder zurückgestossen wurdest. Mit diesem Wechsel zwischen Zugehörigkeit und Ablehnung konntest du kaum umgehen. Deine zarte Seele wurde immer wieder verletzt.

Einfach dabei sein, dazugehören und angenommen werden – das war dein Wunsch. Dafür musstest du immer wieder kämpfen, um mitgehen zu dürfen und Teil der Gemeinschaft zu sein. Bei deinen Freundinnen hast du gesehen, wie sie Anerkennung bekamen, bewundert und beachtet wurden. Du hingegen fühltest dich oft übersehen.

Es war ein schmerzhaftes Suchen nach Liebe, Anerkennung und dem Gefühl, als Tanja wahrgenommen zu werden. Statt dich angenommen zu fühlen, wurdest du mit verletzenden Worten konfrontiert. Diese gingen tief und hinterliessen Spuren in deinem Selbstwertgefühl.

Irgendwann hattest du es satt, immer wieder verletzt zu werden. Um dich zu schützen, hast du dein Herz noch mehr verschlossen. Damals warst du verletzlich und angreifbar und konntest dich gegen vieles kaum wehren.

Alte Wunden dürfen heilen

Diese Erfahrungen begleiteten dich über Jahre hinweg. Auch als Erwachsene begegneten dir Situationen, in denen du dich abgelehnt oder ungerecht behandelt fühltest. Immer wieder hast du die Ursache bei dir selbst gesucht, dich hinterfragt und an dir gezweifelt. Viele Narben sind dadurch entstanden, die bis heute spürbar sein können.

Liebe Tanja, du darfst heute erkennen, dass du nicht für das Verhalten anderer Menschen verantwortlich bist. Du warst nicht falsch, nur weil andere dich nicht verstanden, ausgegrenzt oder verletzt haben.

Vielleicht hältst du noch immer an alten Gefühlen fest, weil du damals das Schöne bewahren und die schmerzhaften Erfahrungen verstehen wolltest. Doch Schritt für Schritt darfst du lernen, loszulassen. Dabei geht es nicht darum, deine Vergangenheit zu verdrängen, sondern sie anzunehmen und ihr zu erlauben, ein Teil deiner Geschichte zu sein, ohne dein heutiges Leben zu bestimmen.

Deine Wunden dürfen heilen. Den eigenen Wert zu erkennen, ohne auf die Anerkennung anderer angewiesen zu sein, ist ein wichtiger Schritt auf deinem Weg.

Du bist gut, so wie du bist

Du bist Tanja. Mit deiner Persönlichkeit, deiner Sensibilität und deinem eigenen Wesen darfst du so sein, wie du bist. Nicht jeder wird dich verstehen oder annehmen. Manche Menschen fühlen sich durch andere Persönlichkeiten herausgefordert, während andere offen damit umgehen können. Doch das macht dich weder besser noch schlechter.

Vergiss nie: Das Verhalten anderer Menschen bestimmt nicht deinen Wert.

Bleibe bei dir, lerne dich selbst anzunehmen und finde Frieden mit dem, was war. Du musst nicht länger um Anerkennung kämpfen, um deinen Platz im Leben verdient zu haben. Du darfst einfach du selbst sein.

Herzlichst, deine Lieben von oben.

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