Liebe Alle
Reden, sprechen, kommunizieren – das fällt nicht immer leicht. Vor allem dann nicht, wenn man nie gelernt hat, offen auszusprechen, was man denkt und fühlt. Ehrlich gegenüber seinen Mitmenschen zu sein, braucht manchmal Mut. Vielleicht hat man Angst, das Gegenüber mit seinen Worten zu verletzen oder eine Reaktion auszulösen, mit der man nicht umgehen kann.
Und doch können Gespräche so vieles klären. In einem persönlichen Austausch hat man die Möglichkeit, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen, Reaktionen wahrzunehmen und aufeinander einzugehen. Beide Seiten können sich erklären, Fragen stellen und Missverständnisse aus dem Weg räumen. Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass das Gesagte ganz anders verstanden wurde, als es ursprünglich gemeint war. Und plötzlich gibt es diese Aha-Momente, in denen man erkennt: So habe ich das gar nicht gemeint.
Wie oft werden Dinge jedoch nicht direkt angesprochen, sondern in die Runde geworfen, wenn die betroffene Person gar nicht anwesend ist? Sie kann sich weder erklären noch ihre Sichtweise einbringen. Was bleibt, sind Vermutungen, Interpretationen und manchmal auch Verletzungen. Aus kleinen Missverständnissen können so grosse Konflikte entstehen, die Teams, Gruppen und Freundschaften belasten.
Ähnlich verhält es sich mit geschriebenen Nachrichten, E-Mails und Emojis. Was der Absender ausdrücken möchte, kommt beim Empfänger nicht unbedingt so an. Ein kurzer Satz kann kühl oder abweisend wirken, obwohl er gar nicht so gemeint war. Das kann irritieren, Stress auslösen und zu Enttäuschungen oder Verletzungen führen.
In der heutigen Zeit schreiben wir oft lieber eine Nachricht, als zum Telefon zu greifen. Dabei fehlen die Stimme, der Gesichtsausdruck und die Möglichkeit, unmittelbar aufeinander einzugehen. Emotionen bleiben verborgen, und wir können nur erahnen, was unser Gegenüber wirklich ausdrücken möchte.
Eigentlich schade, denn manchmal wäre es so einfach: das Gespräch suchen, einander zuhören und offen aussprechen, was einen beschäftigt.
Doch dazu gehört auch, sich selbst zu hinterfragen. Es ist nicht immer einfach anzunehmen, wie andere Menschen uns wahrnehmen oder was sie über uns denken. Vielleicht ist es gerade dann an der Zeit, einmal bei sich selbst hinzuschauen.
Wie werde ich von meinem Umfeld wahrgenommen? Bin ich wirklich so, wie mich andere sehen? Oder betrachtet mich mein Gegenüber durch seine eigenen Erfahrungen und Vorstellungen?
Genauso dürfen wir uns fragen, weshalb uns bestimmte Verhaltensweisen anderer Menschen stören. Warum nervt uns etwas an einem Kollegen, einer Freundin oder einem Familienmitglied? Löst das Verhalten vielleicht etwas in uns selbst aus? Es ist oft einfacher, dem Gegenüber die Schuld zu geben, als das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen.
Ehrliche Kommunikation bedeutet nicht nur, anderen unsere Meinung mitzuteilen. Sie bedeutet auch, zuzuhören, andere Sichtweisen anzunehmen und bereit zu sein, sich selbst zu reflektieren.
Wir sind erwachsene Menschen. Sollte es da nicht möglich sein, ein offenes und ehrliches Miteinander zu leben? Natürlich gelingt uns das nicht immer. Manchmal fehlen die richtigen Worte, manchmal brauchen wir Zeit, und manchmal müssen wir erst den Mut finden, ein schwieriges Gespräch zu beginnen.
Doch wäre es nicht ehrlicher, miteinander zu sprechen, anstatt übereinander? Wäre es nicht klärender, nachzufragen, statt etwas einfach anzunehmen?
Beobachtet euch einmal selbst in Gesprächen und Diskussionen mit eurem Gegenüber. Wie reagiert ihr, wenn euch etwas nicht passt? Sprecht ihr offen aus, was euch beschäftigt? Seid ihr bereit, auch die andere Seite anzuhören? Und wie ehrlich seid ihr wirklich – mit eurem Gegenüber und mit euch selbst?
Vielleicht beginnt ein ehrliches Miteinander genau dort: bei uns selbst.
Herzlichst, eure Lieben von oben
empfangen und aufgeschrieben durch
Tanja Baumann
Trance Healing · Trance Speaking

